Der Anamneseabend - was erwartet mich? 


Am Abend führt eine/r der Teilnehmer_Innen in Gegenwart der anderen ein Gespräch mit einer Patientin oder einem Patienten. Im Anschluss an das Gespräch erhält der Gesprächsführer/die Gesprächsführerin die Möglichkeit, von der Gruppe eine Rückmeldung über die Gesprächsführung und den Gesprächsverlauf zu erhalten. Diese Gelegenheit, das eigene Kommunikationsverhalten beobachten und reflektieren zu lassen, ist ein wichtiger Bestandteil der Anamnesegruppen.

Danach werden in freier Diskussion meist auch die Krankengeschichte der Patient_Innen und Aspekte der Beziehung zwischen Interviewer und Patient_Innen thematisiert. Prinzipiell bestimmen die Teilnehmer_Innen der Gruppe selbst, worüber sie sprechen möchten.

Typischer Bestandteil einer Anamnesegruppe sind außerdem so genannte "Blitze", also das Sammeln von Stimmungseindrücken der einzelnen Teilnehmer_Innen vor und nach dem Gespräch. Ziel ist es, Gefühle, die der Patient auslöst, bewusst wahrzunehmen und zum Beispiel auf Phänomene wie Übertragung – also die eigene Haltung gegenüber Personen, die ihren Ursprung unbewusst in den Beziehungen zu wichtigen Personen der Kindheit hat - und Gegenübertragung – das selbe Geschehen beim Gesprächspartner - aufmerksam zu werden.

Damit Teilnehmer_Innen die zum jeweiligen Termin verhindert sind das Gespräch und die Diskussion nachvollziehen können und zur weiteren Reflexion des Abends, wird an jedem Abend ein Protokoll angefertigt.

Drei mal im Semester erhält die Gruppe Unterstützung durch einen externen Supervisor oder eine Supervisorin. Hier besteht die Möglichkeit Themen und Probleme, die die Gruppe beschäftigen zu vertiefen und neue Denkanstöße zu erhalten.